review zu einem geburtstag…

geklaut vonmaschinentrauma dem wenn ich es recht verstehe sehr gut gefallen hat. Mir übrigens auch zumindest kann ich mich noch an die dusche meines lieblingsbassisten erinnern dann is irgendwann schluss….. auf näxtes jahr

Septic Dieter, Balboa Burnout, N.E.R.F. und Machete im Lokal
Nach zwei Tagen SO36 in Folge und diversen Negativerlebnissen aus Szene und Bewegung tat der Abend mal wieder mehr als gut. Die Diskussion, ob er für uns stattfinden sollte, war mal wieder der Ausgangspunkt. Da beim Lokal nie klar ist, wie viel der Eintritt sein wird und er dann meistens höher als gedacht liegt, auch irgendwo begründet. War jedenfalls gut sich dafür zu entscheiden, denn mit 6€ für vier Bands ging er an diesem Abend auf jeden Fall noch klar.

Bis auf die Ekel-Rauch-Stinke-Luft (manche nennen das ja ‚Atmosphäre‘, hehe) wars schon gut gefüllt und gerade im Beginnen begriffen…noch nen Berlin-Szene-Pflicht-Getränk (Club Mate) eingeflößt und Machete beim Zocken zugeschaut. Den seltsamen Ansagen des Sängers zum Trotz ein cooler Auftritt, der mich musikalisch manchmal an Alpinist erinnern ließ, aber vermutlich gibt es in der Richtung noch deutlich treffendere Vergleiche. Gingen jedenfalls gut ab und wirkten wunderbar einstimmend auf das was noch kommen mochte. Stilistisch muss dem shoutendem Menschen jedoch zu Gute gehalten werden, dass kurze Jeans und Oberlippenbart ne top Kombi sind und so eine Ansage wie „nach 19 Liedern über Bier handelt das jetzt von so spanischen Arbeitern“ schon gut kamen, vor allem in Verbindung mit dem dazu gehörigen Coverschlager „Samba Si, Arbeit no“ von Roberto Blanco. Ganz großes Kino, sag ich da nur! Aber mein Verhältnis zu Schlagern gehört hier glaub ich nicht hin…

Die Nächsten waren N.E.R.F. und unkritisch wie immer fand ich auch die ziemlich cool. Inklusive dickem KORG-Synthie lustigen Punk gemacht – Powerviolence als Label dafür, von mir aus. „No limits“-Synthie-Cover, geht klar, schicke pinke Federboas, übergroße Sonnenbrille, Luftschlangen und Cowboyhut auch. Schön abwechslungsreicher und (selbst-)ironischer Auftritt, mocht ich – auch musikalisch.

Balboa Burnout als eigentlicher Headliner nun schon als dritte Band. Tja, schwierig das einzuschätzen. Den Auftritt fand ich schon recht gut, allerdings hab ich das Problem, dass ich durch El Mariachi (die ich nie live gesehn hab) vorgeprägt bin und dementsprechend die Musik nicht so gut fand, wie anno dazumal. Nach eingängiger Diskussion nach dem Auftritt sind mir jedoch noch mehr Dinge klar geworden. Zum Einen, dass der Grat zwischen „Rampensau“ und „Proll“ manchmal relativ schmal ist und zum anderen, dass der Sänger wie die Band diesen Grat perfekt verkörpern. Also klar, könnt ich mich hinstellen und das als prollig abtun. Doch selbst mit ner „Tschüssikowski ihr Arschgeigen“-Verabschiedung ist das irgendwie nicht gerechtfertigt. Da standen Menschen auf der Bühne, die einfach noch an Hardcore glauben und schon – für die Verhältnisse modernen deutschen HCs – ewig dabei waren. Glauben sollte in diesem Zusammenhang wohl eher in Großbuchstaben geschrieben werden – das Glänzen in den Augen des Sängers als Beleg dafür. Sie schienen viel Spaß an dem zu haben, was sie da machten. Und das übertrug sich auch. Die eingangs erwähnte Kritik meinerseits ändert daran nichts. Denn der Auftritt war…ja, jetzt kommt wieder das böse A-Wort…authentisch. Müsste öfters gesagt werden, denn oft gibts das nicht mehr. Klar, Bock auf ihre Musik haben viele Bands, aber ihre Verkörperung auch zu leben, nun ja. Jedenfalls sehr unterhaltsam – auch durch die Bebierduschung des Bassisten, hehe. Was ich von Balboa Burnout musikalisch nun so recht halten soll, weiß ich noch nicht, aber da waren auch einige schöne Melodien bei.

Für den würdigen Abschluss des Abends sorgten Septic Dieter. Wiederum sehr unterhaltsam. Wenn ich das jetzt schon mehrmals geschrieben hab, so soll das keineswegs abwertend klingen, vielmehr hab ich mich den ganzen Abend über sehr gut unterhalten gefühlt, viel gelacht, gute

Musik gehört und ganz viel Spaß gehabt (alkfrei! wen auch immer das interessieren mag…). Septic Dieter machen Thrash, in diesem Fall bedeutete das kurze, schnelle, lustige und politische Liedeleins, die zu überzeugen wussten. „Deutschland ist halt ein Opferland“ – amen. Nichtsdestoweniger trotzdem auch „Arsch frisst Hose“ und „das nächste Lied handelt von Leuten, die die Klettverschlüsse ihrer Schuhe nicht zu kriegen“ (oder so ähnlich). Alles was gebraucht wird. Politisch ernst, menschlich humorig, musikalisch ausgereift (?) und insgesamt empfehlenswert. Ich überleg grad welche Band des Abends mich so stark an Dean Dirg erinnert haben – glaub es war Septic Dieter.

Jaja, die Abende, die am Längsten in der Schwebe hängen, sind manchmal dann doch die Geilsten. War lange nicht mehr auf so einem angenehmen und positiven Konzert. War sehr fein, das alles.
Gepostet von truemmergemuet unter 22:30